KulturGutRetter: Notfallmanagement für bedrohte Schätze unserer Geschichte!

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Vortrag zum Kulturgutschutz am 29.04.2025 an der BTU Cottbus. Dr. Katja Piesker präsentiert das Projekt KulturGutRetter.

Vortrag zum Kulturgutschutz am 29.04.2025 an der BTU Cottbus. Dr. Katja Piesker präsentiert das Projekt KulturGutRetter.
Vortrag zum Kulturgutschutz am 29.04.2025 an der BTU Cottbus. Dr. Katja Piesker präsentiert das Projekt KulturGutRetter.

KulturGutRetter: Notfallmanagement für bedrohte Schätze unserer Geschichte!

Am 29. April 2025 ist der Auftakt zu einer wichtigen Vortragsreihe an der BTU Cottbus-Senftenberg. Das Institut für Bau- und Kunstgeschichte lädt zu dem Vortrag „KulturGutRetter. Developing an emergency response unit for cultural heritage in times of crisis“ ein, der von Dr.-Ing. Katja Piesker, der wissenschaftlichen Direktorin und Leiterin des Architekturreferats am Deutschen Archäologischen Institut (DAI), gehalten wird. Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe „Heritage under Pressure“, die sich mit den gravierenden Bedrohungen des Kulturerbes auseinandersetzt.

Besonders in Krisensituationen sehen sich Museen, Baudenkmäler, Sammlungen und Archive einer Vielzahl von Gefahren ausgesetzt. Dazu zählen Naturkatastrophen, Brände, Havarien und andere Krisen. Um das kulturelle Erbe in solchen Momenten zu schützen, wurde das Projekt KulturGutRetter ins Leben gerufen. Dieses Projekt, unterstützt vom DAI, dem Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA) und der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW), hat die Notversorgung von gefährdetem Kulturerbe zum Ziel.

Effektive Krisenbewältigung und Schutzmaßnahmen

KulturGutRetter fokussiert sich auf die Entwicklung von Ausrüstung, Software und minimalen Standardprozeduren (MSP), um Fachleuten zu ermöglichen, im Einsatz effektiv Maßnahmen zu ergreifen. Dazu gehören Schadensbewertungen, die Bergung sowie die Notfallversorgung von mobilem und immobilem Kulturerbe. Diese Strategien sind entscheidend für einen nachhaltigen Schutz in Krisenzeiten.

Die nachhaltige Bewahrung von Kulturerbe erfordert nicht nur praktische Maßnahmen, sondern auch systematisch erschlossene und schnell verfügbare Informationen. Wie das DAI betont, sind Denkmalregister und digitalisierte Museumsinventare zentrale Instrumente zur Sicherung und Erhaltung dieser Werte. In vielen archäologischen Arbeitsgebieten sind solche Informationen jedoch häufig unzureichend, was die effektive Schutzarbeit erschwert.

Die Rolle der Digitalisierung im Kulturgutschutz

Die Digitalisierung spielt eine wesentliche Rolle für die Erhaltung des kulturellen Erbes. Ein Beispiel ist das Archiv zur Archäologie des Sudan, das von Friedrich Hinkel zusammengetragen und digitalisiert wurde. Dieses Archiv bildet die Grundlage für ein digitales Denkmalregister im Sudan, das sowohl die Forschung als auch die Denkmalpflege unterstützt. Wie das DAI weiter anmerkt, erweist sich die Digitalisierung als gewinnbringende Investition, indem sie moderne Fernerkundungsmethoden und Dokumentationswerkzeuge für die Bestandsaufnahme und das Monitoring gefährdeter archäologischer Substanz bereitstellt.

Das Open-Source-Dokumentationssystem iDAI.field, das am DAI entwickelt wurde, wird nicht nur für Ausgrabungen verwendet, sondern findet ebenfalls Anwendung in der denkmalpflegerischen Schadensdokumentation und ist in zahlreiche Landessprachen übersetzt worden. Solche technologischen Fortschritte sind entscheidend für die Effizienz und Effektivität des Kulturgutschutzes und sind ein integraler Bestandteil der Diskussionen während der Vortragsreihe.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, an den Vorträgen, die auf Englisch stattfinden, teilzunehmen. Der Vortrag wird im Hörsaal B des Zentralen Hörsaalgebäudes (ZHG) am Zentralcampus der BTU Cottbus-Senftenberg abgehalten. Es ist eine Chance, tiefer in die Herausforderungen und Lösungen im Bereich des Kulturerbes einzutauchen.