Die Masterarbeit von Janika Volkamer über Agroforstsysteme (AFS) hat nicht nur wissenschaftliche Anerkennung erhalten, sondern beleuchtet auch ein Thema von wachsender Relevanz im Rahmen der ökologischen Landwirtschaft. Am Fachbereich für Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel untersucht Volkamer das Potenzial des Anbaus von Sonderkulturen, wie beispielsweise Beerensträucher und Edelpilze, in Baumstreifen, die zuvor landwirtschaftlich genutzt wurden. Diese innovative Forschungsarbeit ist ein Schritt in Richtung einer klimaschutzwirksamen Landwirtschaft, denn Agroforstsysteme gelten als vielversprechende Methode zur Verbesserung der Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft, wie uni-kassel.de berichtet.
Der Fokus der Masterarbeit liegt auf einer Fallstudie am Biolandbetrieb Werragut in Nordhessen, wo das Konzept der Agroforstwirtschaft bereits umgesetzt wird. Hier wird landwirtschaftlich ungenutzte Fläche in Baumstreifen vergraut, um die Nachhaltigkeitskriterien zu erfüllen. Volkamer entwickelte auf Basis ihrer Analyse einen Umsetzungsvorschlag für den Betrieb Werragut, welcher in die praktische Umsetzung übergegangen ist. So werden testweise Johannisbeeren und Rhabarber in die Baumstreifen gepflanzt.
Projekt SALIX AFS: Weide als Rohstoff
Nach ihrem Studienabschluss arbeitet Janika Volkamer nun als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt SALIX AFS, das sich der Etablierung und der nachhaltigen Produktion geeigneter Weidentypen in Agroforstsystemen widmet. Ziel ist es, Weide sowohl für die industrielle Verarbeitung als auch zur Gewinnung von Salicylaten aus Weidenrinde zu nutzen. Diese Zweifachnutzung bietet Landwirten die Möglichkeit, durch regelmäßige Ernten von Weiden kurzfristige Einkünfte zu erzielen. fnr.de berichtet, dass die Produktion von Weidenfäden und die Koppelnutzung mit Salicylatgewinnung erhebliche Vorteile bietet.
Insgesamt sehen die Initiativen einen hohen Nutzen für die Kombination von landwirtschaftlichen Kulturen und Gehölzen. Weidenruten liefern nicht nur hochwertige Rohstoffe für die Industrie, die von der Architektur bis zum Möbelbau reichen, sondern auch zur Erhöhung der Biodiversität. Agroforstsysteme unterstützen eine ressourcenschonende Landwirtschaft und verbessern die Ertragssituation landwirtschaftlicher Nutzflächen.
Agroforstsysteme in Deutschland
Die wachsende Anerkennung von Agroforstsystemen in Deutschland ist kein Zufall. Studien zeigen, dass diese Systeme seit dem 19. Jahrhundert existieren und derzeit eine Gesamtfläche von 1.703 Hektar umfassen. Insbesondere die Brandenburger Region ist mit 362 Hektar führend. Die Bundesregierung plant, bis 2027 insgesamt 11.500 Hektar Agroforstgehölzfläche zu etablieren, um die Klimaziele zu unterstützen, so wie oekolandbau.de berichtet.
Insgesamt zeigt sich, dass Agroforstsysteme nicht nur ökologische Vorteile mit sich bringen, sondern auch vielfältige ökonomische Möglichkeiten für Landwirte eröffnen. Durch innovative Methoden bietet sich sowohl ein Beitrag zum Klimaschutz als auch eine Verbesserung der Bodennutzung, was letztendlich nicht nur der Natur, sondern auch den Landwirten zugutekommt.