Dr. Silvie Lang gewinnt Lutz-Röhrich-Preis für Märchenforschung!

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Dr. Silvie Lang erhält den Lutz-Röhrich-Preis 2025 für ihre Dissertation über die Märchen von Franz Xaver Schönwerth.

Dr. Silvie Lang erhält den Lutz-Röhrich-Preis 2025 für ihre Dissertation über die Märchen von Franz Xaver Schönwerth.
Dr. Silvie Lang erhält den Lutz-Röhrich-Preis 2025 für ihre Dissertation über die Märchen von Franz Xaver Schönwerth.

Dr. Silvie Lang gewinnt Lutz-Röhrich-Preis für Märchenforschung!

Am 30. September 2025 wurde Dr. Silvie Lang mit dem Lutz-Röhrich-Preis der Märchen-Stiftung Walter Kahn in München ausgezeichnet. Die Ehrung gilt ihrer bemerkenswerten Dissertation mit dem Titel “Die Märchen aus dem Nachlass Franz Xaver Schönwerths. Quellenkritik, Gattungstypologie, Überlieferungs- und Motivgeschichte”. Diese Arbeit untersucht nahezu 500 Märchentexte, die von dem bedeutenden Volkskundler Franz Xaver Schönwerth im 19. Jahrhundert in der Oberpfalz gesammelt wurden.

Schönwerth, geboren am 16. Juli 1810 in Amberg und verstorben am 24. Mai 1886 in München, gilt als einer der bekanntesten Volkskundler seiner Region. Er hinterließ ein lebendiges Bild der Oberpfälzer Bevölkerung in seinen Werken, insbesondere in dem dreibändigen Werk „Aus der Oberpfalz – Sitten und Sagen“, das zwischen 1857 und 1859 veröffentlicht wurde. Seine Forschungsarbeiten deckten eine Vielzahl von Themen ab, darunter Sagen, Märchen und das bäuerliche Leben jener Zeit. Diese biografischen und wissenschaftlichen Hintergründe sind essentiell für das Verständnis von Langs Dissertation.

Thematische Schwerpunkte der Dissertation

Langs Studie ist nicht nur eine textphilologische Aufarbeitung, sondern bietet auch eine Klassifizierung der Märchen. Sie thematisiert spezifische überlieferungsgeschichtliche und mythologische Besonderheiten der Schönwerth-Märchen im Vergleich zu den bekannten Sammlungen der Brüder Grimm. Ein wichtiger Aspekt der Dissertation ist die Erörterung des Wechselspiels zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit, sowie die Rolle der Religiösität als zentrales Motiv.

Die Dissertation umfasst zudem einen Anhang, der eine Transkription der Märchenschriften bereitstellt, was für die weitere Forschung von großer Bedeutung ist. Diese wissenschaftliche Auseinandersetzung spiegelt das Ziel der Märchen-Stiftung wider, den wissenschaftlichen Nachwuchs in der volkskundlich historisch-vergleichenden Erzählforschung zu fördern.

Der Lutz-Röhrich-Preis

Der Lutz-Röhrich-Preis, der seit 1994 jährlich vergeben wird, ist mit 2.500 Euro dotiert und fördert vielversprechende Arbeiten im Bereich der Erzählforschung. Die Jury entscheidet über die Verleihung basierend auf eingereichten Arbeiten, die nicht bereits ausgezeichnet wurden, und betont die Bedeutung von Eigenbewerbungen und Vorschlägen von Hochschullehrenden. Der Preis ist nach dem renommierten Volkskundler Lutz Röhrich benannt, der eine bedeutende Rolle in der Förderung der Märchenforschung einnahm und selbst Preisträger des Europäischen Märchenpreises war (Wikipedia).

Die Preisverleihung erfolgt traditionell im Rahmen der Märchentage in Volkach und trägt zur Sichtbarkeit von Forschung im Bereich der mündlichen Überlieferungen und Folklore bei. Die bisherige Liste der Preisträger illustriert die Vielfalt und den Reichtum der Beiträge zur Märchenforschung in Deutschland.

Silvie Langs Auszeichnung ist nicht nur eine persönliche Errungenschaft, sondern trägt auch dazu bei, das Erbe von Franz Xaver Schönwerth lebendig zu halten und die volkskundliche Forschung der Oberpfalz weiter zu fördern.