Frühkindliche Bildung: NRW setzt auf Sprachförderung im Kita-Alltag!

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Die Universität Paderborn leitet innovative Projekte zur frühkindlichen Sprachbildung in NRW, unterstützt durch neue digitale Konzepte.

Die Universität Paderborn leitet innovative Projekte zur frühkindlichen Sprachbildung in NRW, unterstützt durch neue digitale Konzepte.
Die Universität Paderborn leitet innovative Projekte zur frühkindlichen Sprachbildung in NRW, unterstützt durch neue digitale Konzepte.

Frühkindliche Bildung: NRW setzt auf Sprachförderung im Kita-Alltag!

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen setzt einen klaren Fokus auf die Förderung von Sprachkompetenzen in der frühkindlichen Bildung. In diesem Rahmen wird die Alltagsintegrierte Sprachbildung weiterentwickelt und in den Kita-Alltag integriert, beispielsweise in die Aktivitäten wie Spielen, Entdecken oder Mittagessen. Ein wesentlicher Leitfaden für die Träger und pädagogischen Fachkräfte in diesem Prozess ist ein Grundlagenpapier aus dem Jahr 2014, welches grundlegende Ansätze bereitstellt. Im Zuge des Projekts WAS-NRW wird das Konzept der Alltagsintegrierten Sprachbildung umfassend überarbeitet, um den vielfältigen Lebenswelten und unterschiedlichen Bedarfen der Kinder gerecht zu werden.

Familienministerin Josefine Paul eröffnete die konstituierende Sitzung des Fachbeirats, der die Weiterentwicklung der Grundlagen begleiten soll. Der Fachbeirat setzt sich aus Vertretern kommunaler Spitzenverbände, Landesjugendämtern und erprobten Fachpraxis-Experten zusammen, zudem wird der gesamte Prozess von einem wissenschaftlichen Gremium unterstützt. Die Überarbeitung dieser Inhalte sieht vor, in den kommenden Monaten in ausgewählten Kindertageseinrichtungen erprobt zu werden, einschließlich der Einführung des dialogischen Lesens, das als Schlüssel zur frühzeitigen Sprachförderung gilt.

Fokus auf Mehrsprachigkeit und digitale Medien

Ein zentrales Anliegen der Weiterentwicklung ist die frühe Sprach- und Literacyförderung, wobei die Mehrsprachigkeit der Kinder besonders berücksichtigt wird. Digitale Medien werden ebenfalls als wichtige Ressourcen in der frühkindlichen Bildung in Betracht gezogen. Ziel ist es, Grundlagen für spätere Lese- und Schreibkompetenzen zu schaffen. Dialogisches Vorlesen ist dabei eine Methode, die dazu beiträgt, das Interesse und die Fähigkeiten der Kinder in der Sprachentwicklung zu steigern.

Zusätzlich thematisiert die Initiative Fragen zur alltagsintegrierten Sprachbildung, Sprachauffälligkeiten und Mehrsprachigkeit. Dazu entsteht das Format „NACHGEFRAGT“, über das pädagogische Fachkräfte praxisnahe, verständliche und wissenschaftlich fundierte Antworten auf häufig gestellte Fragen erhalten können. Leser sind eingeladen, ihre Fragen per E-Mail einzureichen, um deren Beantwortung im Rahmen eines Frage-Antworten-Portals zu ermöglichen.

Integration der Familiensprachen im Kita-Alltag

Frühzeitige Sprachbildung ist besonders wichtig für Kinder, die zu Hause eine andere Sprache als Deutsch sprechen. Der Besuch einer Bildungsstätte wie einer Kita fördert entscheidend die Deutschentwicklung. Wichtig ist dabei auch, dass neben Deutsch weitere Sprachen integriert werden. Materialien wie die Handreichung „Sprachbildung in der Kita – alltagsintegriert und interkulturell“ bieten praktische Beispiele und Erfahrungsberichte zur Integration von Mehrsprachigkeit.

Das Projekt PUMA, das den Produktiven Umgang mit Mehrsprachigkeit im Alltag von Kindern fördert, zielt darauf ab, die Sichtbarkeit von Familiensprachen zu stärken und die Bildungssprache Deutsch aufzubauen. Pädagoginnen und Pädagogen finden in einer Vielzahl von kostenlosen Materialien Anregungen, um die Mehrsprachigkeit in ihren Einrichtungen gezielt einzubinden.

Zusätzlich liefern die Publikationen „Cool bleiben. Entspannter mit Mehrsprachigkeit umgehen“ und Beiträge erfahrener Praktiker wie Ingrid Gogolin und Samuel Jahreiß wertvolle Ideen zur praktischen Umsetzung mehrsprachiger Förderung.

Zur Verbesserung der Sprachdiagnostik für mehrsprachige Kinder im Elementarbereich liefert Drorit Lengyel wichtige Verfahren. Die Broschüre „Mehrsprachigkeit zur Entwicklung von Sprachbewusstsein“ ist darüber hinaus im Rahmen des Programms FÖRMIG entstanden und vermittelt Kenntnisse über die Herkunftssprachen der Kinder.

Die umfassende Initiative in Nordrhein-Westfalen, unterstützt durch verschiedene Projekte und Fachbeiräte, zeigt beeindruckend auf, wie durch die Integration von Alltagsaktivitäten, Mehrsprachigkeit und digitaler Medien die Sprachkompetenzen der Kinder gezielt gefördert werden können. Mittels dialogischen Lesens und einem breiten Methodenspektrum soll der Grundstein für eine erfolgreiche sprachliche Entwicklung in den ersten Lebensjahren gelegt werden.

Für detaillierte Informationen und Materialien zu diesen Themen können Interessierte die Plattformen von FFB-BW und Mehrsprachigkeit Hamburg besuchen.