Der Sonderforschungsbereich (SFB) „Affective Societies – Dynamiken des Zusammenlebens in bewegten Welten“ an der Freien Universität Berlin hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2015 umfassend mit der Rolle von Affekten im gesellschaftlichen Zusammenleben beschäftigt. Geprägt von einer finanziellen Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), zielt der SFB darauf ab, innovative und langfristige Forschungsvorhaben zu fördern. In der dritten und letzten Laufzeit liegt das Augenmerk auf den affektiven und emotionalen Dynamiken gegenwärtiger Konflikte und Krisendynamiken.
Um die zentrale Themen ihrer Forschung zu präsentieren, startet der SFB am 22. April eine öffentliche Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Legacy Sessions zu den Affekten in der globalen Gegenwart“. Diese Sessions finden mittwochs von 18 bis 20 Uhr im Vorlesungsraum J32/102 der Freien Universität Berlin statt. Die Teilnahme an diesen Veranstaltungen ist kostenlos, und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Tatsächlich stellt diese Reihe eine einmalige Gelegenheit dar, die Forschungsergebnisse von aktuellen und ehemaligen Forschenden des SFB mit Fachleuten aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zu diskutieren, sodass die neuesten Erkenntnisse einem breiteren Publikum zugänglich werden.
Die Agenda der Legacy Sessions
Die erste Sitzung der „Legacy Sessions“ wird sich mit dem Thema „Affekte des neuen Faschismus“ befassen. Dieses und andere relevante Themen werden in den kommenden Wochen behandelt, wodurch die Diskussion um die affektiven Dimensionen des gesellschaftlichen Lebens im 21. Jahrhundert angestoßen werden soll. Der SFB hat in den letzten Jahren die Rolle von Affekten neu definiert und deren Einfluss auf das soziale Leben unterstrichen.
Die DFG fördert in Deutschland derzeit 257 Sonderforschungsbereiche, wobei der SFB „Affective Societies“ einer von zehn an der Freien Universität Berlin ist. Diese Förderprogramme zielen darauf ab, Hochschulen bei der Bearbeitung sozialwissenschaftlicher Fragestellungen zu unterstützen und bieten eine Plattform für innovative Forschung.
Einfluss der Forschungen auf die Sozialanthropologie
Ein weiterer bedeutender Beitrag zum Verständnis von emotionalen Dynamiken in Kultur und Gesellschaft wird durch den 2023 veröffentlichten Sammelband „Anthropologie der Emotionen“ geleistet. Dieser von Thomas Stodulka und Anita von Poser herausgegebene Band thematisiert affektive Dynamiken und ist inspiriert von den Forschungen der renommierten Anthropologin Birgitt Röttger-Rössler. Röttger-Rössler hat einen prägenden Einfluss auf die sozial- und kulturanthropologische Forschung im deutschsprachigen Raum ausgeübt.
Ziel des Bandes ist es, zentrale Phasen und Themen in der Forschung zu Emotionen und Affekten darzustellen, was einen weiteren wichtigen Beitrag zu den Diskussionen innerhalb des SFB und deren Veranstaltungen leistet. Diese Bestrebungen zeigen, wie stark Emotionen in sozialen Prozessen verankert sind und wie sie das Zusammenleben in verschiedenen Kontexten beeinflussen können. Dank wird unter anderem den studentischen Kolleg:innen und dem Sonderforschungsbereich „Affective Societies“ für ihre Unterstützung gewährt.
Die Entwicklungen in diesen Forschungsbereichen verdeutlichen, wie wichtig es ist, die Komplexität menschlicher Affekte besser zu verstehen, um die Herausforderungen der heutigen Zeit besser bewältigen zu können.