Am 17. April 2026 haben die Hochschulen Nordrhein-Westfalens (NRW) eine wegweisende gemeinsame CO2-Bilanz vorgestellt, die erstmals die Treibhausgasemissionen von 14 Universitäten und 16 Hochschulen für Angewandte Wissenschaften erfasst. Diese Initiative ist Teil eines umfassenden Klimaschutzgesetzes, das die Klimaneutralität der Verwaltung bis 2030 zum Ziel hat. Die Hochschulen übernehmen somit eine wichtige Vorbildfunktion und gestalten aktiv ihren Beitrag zum Klimaschutz.
Die Koordination und Durchführung der Bilanzierung wurde durch ein spezielles Datenerfassungs- und Berichts-Tool unterstützt, das auf die Bedürfnisse der Hochschulen abgestimmt ist. Die Bilanz zeigt die Herausforderung, die durch eine Vielzahl an Dienstreisen, verschiedene Gebäude und die Abwägung zwischen Genauigkeit und Aufwand der Datenerhebung entsteht. Laut [tu-dortmund.de] betrugen die Gesamtemissionen der Hochschulen in den Jahren 2019 und 2021 rund 564.000 Tonnen CO₂-Äquivalente, was den Emissionen von etwa 56.400 Personen in Deutschland entspricht. Diese Menge lässt sich anschaulich vergleichen: Sie entspricht dem CO2-Ausstoß von 94.000 Heißluftballons, die alle drei Stunden an jeder Hochschule gestartet werden könnten.
Wesentliche Ergebnisse der Bilanzierung
Die Bilanz offenbart, dass im Jahr 2021 insgesamt 441.000 Tonnen CO2-Äquivalente emittiert wurden, was einen Rückgang der Emissionen beim Stromverbrauch um 28 Prozent im Vergleich zu 2019 darstellt. Dies wurde zum großen Teil durch den Umstieg auf Ökostrom erreicht. Diese Zahlen entsprechen dem CO2-Ausstoß einer Stadt mit etwa 40.000 Einwohnern. Laut [land.nrw] bleibt der Energieverbrauch der Gebäude der wesentliche Faktor, der die Emissionen bestimmt, wobei Wärme- und Stromversorgung (jeweils 50 Prozent) die Hauptquellen sind.
Die 📊 Tabelle 1 zeigt die Verteilung der Emissionen für die Technische Universität Dortmund im Jahr 2021:
| Quelle | Prozentsatz der Emissionen |
|---|---|
| Wärmeversorgung (Erdgas) | 53% |
| Stromversorgung (Ökostrom) | 45% |
| Hochschuleigene Mobilität | weniger als 2% |
Ein weiterer Punkt aus der Bilanz ist der Anstieg der Zahl der Elektrofahrzeuge in den Fuhrparks der Hochschulen, der von 2019 bis 2021 um 32 Prozent gestiegen ist. Im Jahr 2021 waren bereits 14 Prozent dieser Fahrzeuge batterieelektrisch.
Ausblick und Zielsetzung
Die jährliche Aktualisierung der Treibhausgas-Bilanz stellt sicher, dass Nordrhein-Westfalen zu den ersten Bundesländern gehört, die einheitliche Berichte für alle Hochschulen erstellen und veröffentlichen. Die Daten für 2022 und 2023 sind bereits in Arbeit und die Datenerfassung für 2024 beginnt im Sommer. Wissenschaftsministerin Brandes betont hierbei die wichtige Rolle der Hochschulen sowohl in der Forschung als auch in der Ausbildung von zukünftigen Experten für den Klimaschutz.
Laut [land.nrw] wird die systematische Messbarkeit des Klimaschutzes durch die CO2-Bilanz entscheidend für die Entwicklung von Maßnahmen zur Reduktion der Emissionen sein. Die Transparenz über den aktuellen Stand sowie die Identifizierung von Handlungsfeldern sind unerlässlich, um die gesteckten Klimaziele zu erreichen und letztendlich einen Beitrag zur globalen Nachhaltigkeit zu leisten.
Die Abhängigkeit der Fachhochschulen von Erdgas in der Wärmeversorgung soll in den kommenden Jahren durch innovative Ansätze wie eine neue Pelletanlage und den Einsatz einer Wärmepumpe mit Geothermie vermindert werden. Damit wird ein weiterer Schritt in Richtung einer klimafreundlicheren Zukunft gemacht.