Die Freie Universität Berlin hat eine bedeutende Neuerung im Bereich der Musikwissenschaft angekündigt. Prof. Dr. Anna Schürmer wird zum Sommersemester 2026 die Ernst von Siemens Musikstiftungsprofessur für Neue Musik antreten. Laut fu-berlin.de wird ihre Professur Perspektiven der musikalischen Praxis und Musikwissenschaft vereinen.

Die öffentliche Antrittsvorlesung von Anna Schürmer findet am 16. Juni 2026 von 18 bis 20 Uhr im Hörsaal des Theaterwissenschaftlichen Instituts in der Grunewaldstraße 35, 12165 Berlin, statt. Der Eintritt ist frei. Schürmer, Jahrgang 1980, bringt eine umfassende Expertise in zeitgenössischer Musik mit, zu der auch elektronische Musik, Klangkunst und Clubkultur zählen.

Innovative Forschungsschwerpunkte

Anna Schürmers Forschung kombiniert traditionelle Musikwissenschaft mit modernen Disziplinen wie Sound Studies, Medienwissenschaften sowie Gender- und Queer Studies. Ihre Themenschwerpunkte reichen von Queerness in der Musik bis zur Rolle von Künstlicher Intelligenz im kreativen Schaffensprozess. Im Rahmen ihrer neuen Position plant sie, in den nächsten drei Jahren Lehr- und Forschungsprojekte zu Neuer Musik zu entwickeln und interdisziplinäre Projekte am Seminar für Musikwissenschaft zu initiieren.

Camilla Bork, die Leiterin des Seminars für Musikwissenschaft, unterstreicht die Bedeutung dieser Professur für die Entwicklung eines zeitgemäßen Forschungsprofils in der Musikwissenschaft. Die Ernst von Siemens Musikstiftung stellt in den nächsten fünf Jahren insgesamt 1,25 Millionen Euro für diese Professur bereit, was die Wichtigkeit dieser Initiative zusätzlich hervorhebt.

Wechsel und interdisziplinäre Ansätze

Mit Anna Schürmer übernimmt eine ausgewiesene Expertin die Professur. Zuvor war sie seit 2023 Juniorprofessorin für Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Ihre akademische Arbeit umfasst interdisziplinäre Perspektiven in Musik und Medienkultur sowie intersektionale Ansätze in der Musikforschung. Darüber hinaus ist Schürmer auch als Musikjournalistin aktiv und veröffentlicht regelmäßig in verschiedenen Print-, Radio- und Online-Medien.

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Schürmers Vorgängerin, Miriam Akkermann, wechselt im April 2026 an die Technische Universität Dortmund. Dies markiert einen Wechsel, der neue Dynamiken und Perspektiven an das Seminar für Musikwissenschaft bringt.

Zusätzliche Veranstaltungen und Forschungsinitiativen

Im Kontext der Freien Universität Berlin gibt es auch weitere relevante Events, die die Diskussion um Musik und Akustik anregen sollen. Am 2. Juli 2025 wird ein Vortrag von Prof. Dr. Stefan Weinzierl von der TU Berlin über „Rooms as transformers of sound“ stattfinden, der sich mit der Akustik von Räumen beschäftigt. Hierzu gehört die Vorstellung des Room Acoustical Quality Inventory (RAQI), ein psychologisches Instrument zur Bewertung akustischer Wahrnehmungen.

Diese Veranstaltung ist Teil einer Sommerakademie, die unter anderem Forschungsansätze aus Musikologie, Neurowissenschaft und Psychologie miteinander verbindet. Auch der Einfluss von Musik auf Schlaf und Kreativität wird an weiteren Terminen genauer untersucht. Die Referentinnen und Referenten, darunter Alice Eldridge von der University of Sussex, werden unterschiedliche Themen von Klanglandschaften bis hin zu den Wechselwirkungen von Musik und Gehirndynamik beleuchten.

Alles in allem zeigt die Ernennung von Anna Schürmer sowie die geplanten Veranstaltungen an der Freien Universität ein starkes Engagement für die interdisziplinäre Forschung und die Relevanz von Neuer Musik in unterschiedlichen wissenschaftlichen Kontexten.