Die Technische Universität Ilmenau bereitet sich auf ihren Auftritt auf der Hannover Messe vor, die vom 20. bis 24. April 2026 in Halle 11, Stand B42 unter dem Motto „Forschung für die Zukunft“ stattfinden wird. Im Fokus stehen innovative Technologien, die für die Zukunft von zentraler Bedeutung sind. Eine der Hauptattraktionen wird ein automatisiertes Montagesystem für Rotorblätter von Windenergieanlagen sein, das die Effizienz und Sicherheit in diesem komplexen Bereich revolutionieren könnte.
Die Montage von Rotorblättern gestaltet sich gegenwärtig als komplex und ist stark sicherheitskritisch. Derzeit erfolgt der Prozess überwiegend manuell mithilfe von Kränen. Diese Methode birgt mehrere Schwierigkeiten, darunter die fehleranfällige Abstimmung zwischen Kranführern und Montageteams. Zudem führen Wind und das hohe Gewicht der Bauteile zu Pendelbewegungen, die die präzise Positionierung erschweren und das Risiko von Kollisionen erhöhen. Damit sind auch lange Montagezeiten, eine hohe Abhängigkeit von den Wetterbedingungen und hohe Kosten verbunden.
Automatisiertes Montagesystem der TU Ilmenau
Die TU Ilmenau hat ein patentiertes, automatisiertes Montagesystem entwickelt, das am Landespatentzentrum Thüringen (PATON) registriert ist. Diese Technologie nutzt kameraüberwachte, selbstjustierende Führungselemente zur Grobausrichtung und setzt kegelförmige Zentrierstifte für die präzise Feinjustierung ein. Durch diesen automatisierten Prozess können gleichmäßige Verbindungskräfte gewährleistet und Montagefehler erheblich reduziert werden. Kollisionen zwischen Blattwurzel und Nabe werden konsequent vermieden.
Ein weiteres Highlight des Systems ist die Echtzeitüberwachung der Verschraubung hinsichtlich Drehmoment und Vorspannung, was entscheidend zur Sicherheit beisteuert. Die Technologien sind sowohl für Onshore- als auch für Offshore-Anlagen geeignet, was ihre Flexibilität betont. Unternehmen können durch den Einsatz dieser Technik von Hochpräzision und Geschwindigkeit bei der Montage profitieren, unabhängig von Wind, Nebel oder Dunkelheit. Dies führt zudem zu reduzierten Montagefehlern, erhöhter Arbeitssicherheit und Kosteneinsparungen.
Diverse Technologien auf der Hannover Messe
Neben dem Montagesystem wird die TU Ilmenau auf der Hannover Messe auch weitere innovative Technologien präsentieren. Dazu gehören unter anderem:
- Drohnen-Technologie zur Inspektion von Straßen und Verkehrswegen.
- Ein leichtes Exoskelett, das die natürliche Bewegung des Körpers nutzt und beim Heben schwerer Lasten unterstützt.
- Hochpräzisionstechnologien sowie Lösungen aus der Nanopositionier- und Nanomesstechnik.
Ein besonderes Augenmerk gilt dem Projekt PropPlane, das autonome Drohnen zur Echtzeit-Inspektion des Straßennetzes einsetzt. Diese Drohnen nutzen LiDAR-Daten zur präzisen Vermessung der Fahrbahn und ermöglichen eine deutlich häufigere Datenerhebung über größere Gebiete im Vergleich zu traditionellen Fahrzeugen.
Die Präsenz der TU Ilmenau auf der Hannover Messe hebt nicht nur die Bedeutung innovativer Technologien hervor, sondern stellt auch einen bedeutenden Beitrag zur zukünftigen Entwicklung in der Automatisierung und Effizienzsteigerung dar. Für Fragen steht Professor Stefan Sinzinger, Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, jederzeit zur Verfügung.