Kampf gegen die Tech-Oligarchie: Widerstand formiert sich in der Gesellschaft!
Die Universität Siegen lädt zur öffentlichen Ringvorlesung „Wirtschaftspolitik im Wandel“ ein. Ab 30. April online teilnehmen!

Kampf gegen die Tech-Oligarchie: Widerstand formiert sich in der Gesellschaft!
Am 30. April 2025 startet an der Universität Siegen eine neue Ringvorlesung mit dem Titel: „Von Tech-Oligarchie bis antifaschistische Wirtschaftspolitik: Aktuelle wirtschaftspolitische Paradigmen und Debatten“. Diese Veranstaltung wird von der Forschungsstelle Plurale Ökonomik im Rahmen des Masterstudiengangs Plurale Ökonomik: Transformation und Nachhaltigkeit organisiert und findet bis zum 9. Juli 2025 jeden Mittwoch von 10 bis 11:15 Uhr online über Webex statt. Die Teilnahme steht allen Interessierten offen, ohne dass eine Anmeldung erforderlich ist.
Die Ringvorlesung thematisiert zentrale Fragen der heutigen Wirtschaftspolitik, einschließlich Klimapolitik, Schuldenfragen und politische Machtverhältnisse. Die Veranstaltung zielt darauf ab, ein besseres Verständnis der Wirtschaftspolitik und ihrer Einflussfaktoren zu vermitteln und alternative Ansätze aufzuzeigen. Zu den Vortragenden zählen prominente Experten wie Heiner Flassbeck, Ulrich Brand, Thomas Fricke und Elena Hofferberth. Durch die Einblicke, die geboten werden, möchten die Organisatoren zum Mitdenken und Mitdiskutieren anregen. Weitere Informationen sind online verfügbar.
Die Tech-Oligarchie und ihre Auswirkungen
Die Diskussion über die Macht der Tech-Oligarchie ist relevanter denn je. Digitalkritiker und Sozialwissenschaftler warnen vor einer gefährlichen Konzentration von Macht und Reichtum in den Händen weniger. Aktuelle Entwicklungen, wie Elon Musks Bestrebungen, die staatlichen Strukturen durch die Gründung von Firmen ohne demokratische Legitimation zu untergraben, werfen Fragen zu der zukünftigen Gestaltung einer demokratischen Gesellschaft auf.
Die Pläne von Musk, Behörden abzubauen und sensible Daten zugänglich zu machen, sind Beispiele für diesen antidemokratischen Trend. Diese Veränderungen werden von vielen als „Staatsstreich“ betrachtet. Musk sieht sich selbst als Befreier der Bürokratie, während Kritiker die Gefahren dieser „Effizienz“-Politik anprangern, die vor allem der Konzentration von Macht dient.
Ökonomische Konzentration und soziale Ungleichheit
Die Machtübertragung an eine kleine Gruppe von Technologen und Finanziers hat weitreichende Folgen für die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit und die soziale Struktur. Laut einem Bericht von Novo Argumente haben Tech-Unternehmen wie Google und Facebook eine monopolartige Kontrolle über wesentliche Märkte, was zu einer ungleichen Verteilung von Ressourcen und politischen Einfluss führt. Acht der 20 reichsten Menschen der Welt kommen aus dem Silicon Valley und kontrollieren nahezu alle Aspekte der digitalen Wirtschaft.
Diese Entwicklung führt zur Schaffung eines „wissenschaftlichen Kastensystems“, in dem die Bedürfnisse der Mittelschicht zunehmend ignoriert werden. In Kalifornien, wo die Armut weit verbreitet ist – ein Drittel der Familien hat Schwierigkeiten, ihre Rechnungen zu bezahlen – manifestiert sich diese Ungleichheit besonders stark. Selbstbefreiende Maßnahmen, wie Vorschläge für ein bedingungsloses Grundeinkommen von Tech-Führungskräften, führen nicht zu einer grundlegenden Lösung der Probleme der Arbeiterklasse.
Angesichts dieser wachsenden Herausforderung wird der Widerstand gegen die Tech-Oligarchie als unerlässlich angesehen. Die Diskussionen und Vorträge im Rahmen der Ringvorlesung an der Universität Siegen könnten dazu beitragen, einen kritischeren Blick auf die anhaltenden wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen zu werfen und alternative Perspektiven aufzuzeigen.