Am 17. April 2026 wurde ein spannendes neues Forschungsprojekt am MEET Batterieforschungszentrum der Universität Münster ins Leben gerufen: „REFlexBatt 2.0“. Das ambitionierte Vorhaben zielt darauf ab, eine modulare Pilotlinie für die automatisierte Batteriezellfertigung zu entwickeln. Die Grundidee ist, die Batterie-Pilotfertigung zu erweitern, um die Rückverfolgbarkeit, Evaluation und Flexibilität für die zukünftige Diversifizierung der Batterietechnologie zu garantieren. Industriepartner bei diesem wichtigen Projekt ist die Safion GmbH, und die Laufzeit beträgt insgesamt drei Jahre.
Insgesamt fließen rund fünf Millionen Euro in das Projekt, finanziert durch das Förderprogramm „Forschungsinfrastrukturen.NRW“ der EU sowie dem Land Nordrhein-Westfalen. Der entsprechende Zuwendungsbescheid wurde am 9. April 2026 von der Bezirksregierung Münster überreicht, was die Relevanz des Projekts unterstreicht.
Innovationsschritte in der Batteriefertigung
Eine der Neuerungen, die durch REFlexBatt 2.0 zum Tragen kommen soll, ist die Fähigkeit, Batteriezellen mit unterschiedlichen Material- und Zellkonzepten im frühen Entwicklungsstadium herzustellen. Die Pilotlinie wird dazu in sieben präzise Stationen gegliedert sein. Jede Station hat ihre spezifische Funktion, angefangen von der Vereinzelung der Elektroden bis zur Befüllung der Zellen mit Elektrolyten in einer Vakuumkammer.
- Station 1: Elektrodenbahnen werden durch Stanzen vereinzelnd.
- Station 2: Vereinzelte Elektroden und Separatormaterial werden zu Zellstapeln assembliert.
- Station 3: Zellstapel wird automatisch in Halterungen platziert.
- Station 4: Ultraschallschweißen verbindet die Elektroden mit den Stromsammlern.
- Station 5: Gehäusematerial wird auf Maß gebracht und tiefgezogen.
- Station 6: Der Zellstapel wird in das Gehäuse eingebracht und verschlossen.
- Station 7: Befüllung des Zellverbunds in der Vakuumkammer.
Jede dieser Stationen ist clever konzipiert, um die Leistungsfähigkeit der Batterien zu maximieren. Die Herstellungsverfahren und Prozessbedingungen spielen eine entscheidende Rolle, da sie die Alterung, Sicherheit und Energiedichte der Batterien beeinflussen.
Flexibilität und Qualität im Fokus
Ein großes Anliegen des Projekts ist die Anpassungsfähigkeit an neue Batterietechnologien, etwa solche, die auf Natrium oder Kalium basieren. Die modulare Pilotlinie ermöglicht dabei kurze Umrüstzeiten und eine flexible Integration innovativer Technologien. Kern des Vorhabens ist der Austausch von Kontaktbauteilen bei einem Wechsel der Batterietechnologie sowie eine schnelle Anpassung der Prozessschritte.
Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung eines Track-and-Trace-Systems, das eine lückenlose Nachverfolgbarkeit jeder Elektrode entlang der Prozesskette garantiert. Dies soll nicht nur helfen, Einflussfaktoren zu identifizieren, sondern auch das Qualitätsmanagement entscheidend stärken. Die Schließung der Übertragungslücke zwischen Labor- und Pilotlinienmaßstab ist ein weiteres Ziel, um bestehende und zukünftige Batteriesysteme effektiver zu entwickeln.
Die Herausforderungen in der Batteriezellfertigung sind groß, doch mit REFlexBatt 2.0 zeigt das MEET Batterieforschungszentrum, dass die Zukunft der Batterietechnologie spannend bleibt und viele Chancen verspricht. Weitere Informationen zu dem Projekt sind auf der Webseite der Universität Münster verfügbar: uni-muenster.de sowie die umfassenden Details zu den Verfahren auf der Fraunhofer-Seite: ise.fraunhofer.de.