Was treibt die Wissenschaftler aktuell in Deutschland um? Ein heißes Thema ist die Bekämpfung von Mikroplastik, und gleich mehrere Forschungsprojekte arbeiten eifrig an Lösungen. So widmet sich das Forschungsprojekt InCamS@BI der Universität und Hochschule Bielefeld (HSBI) der nachhaltigen Wiederverwendung von Kunststoffen und der schonenden Filterung von Gewässern durch innovative Verfahren. Der Schlüssel scheint in einer Zusammenarbeit mit dem Start-up MicroBubbles aus Bad Lippspringe zu liegen, das einen neuartigen Ansatz zur Entfernung von Mikroplastik entwickelt hat.
Dieses Verfahren nutzt Milliarden winziger Luftblasen, die in Regenwasserbehandlungsanlagen erzeugt werden. Diese Blasen steigen in wolkenartiger Formation auf und binden Mikroplastikpartikel, um sie an die Wasseroberfläche zu transportieren. Dort werden die Verunreinigungen mithilfe eines Skimmers abgeschöpft und im Labor analysiert. Wie aktuell.uni-bielefeld.de berichtet, verfolgt MicroBubbles einen physikalischen Ansatz zur Mikroplastikentfernung, ohne chemische Zusatzstoffe zu verwenden.
Innovative Filterlösungen
Ebenfalls active im Kampf gegen Mikroplastik ist das Projekt SWIMEMSYS, bei dem die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar) und die Universität des Saarlandes (UdS) zusammenarbeiten. Ziel ist die Entwicklung von intelligenten, schaltbaren Membranen zur nachhaltigen Filtration von Nano- und Mikroplastik aus Trinkwasser. Professor Matthias Faust von der htw saar und Professor Markus Gallei von der UdS widmen sich der Herstellung neuartiger Polymermembranen, die auf externe Reize reagieren.
Diese innovative Technologie soll eine präzise Anpassung der Porenweite der Membranen ermöglichen, was die Effizienz bei der Wasserfiltration steigert. Ein cleverer Ansatz, der nicht nur die Lebensdauer der Membranen verlängert, sondern auch Ressourcen schont. Die Finanzierung des Projekts beträgt insgesamt 340.000 Euro, unterstützt durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und das Saarland, wie htwsaar.de berichtet.
Aktuelle Forschung am Bundesinstitut für Risikobewertung
Um das Bild abzurunden, ist es auch wichtig, die Forschungsaktivitäten des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zu erwähnen, das sich seit 2013 mit der Problematik von Mikroplastik beschäftigt. Die Wissenschaftler haben verschiedene Studien durchgeführt, die unter anderem die Aufnahme von Mikroplastik in Muscheln und die potenziellen Gesundheitsrisiken bei der Exposition gegenüber Mikro- und Nanoplastik analysieren. bfr.bund.de gibt an, dass bereits zahlreiche Forschungsprojekte angestoßen wurden, die darauf abzielen, den Gefahren von Mikroplastik für Mensch und Umwelt auf den Grund zu gehen.
Die Herausforderungen im Umgang mit Mikroplastik sind noch lange nicht gelöst, und dennoch zeigt der innovative Ansatz von verschiedenen Forschungsprojekten, dass es engagierte Bestrebungen gibt, die Probleme aktiv anzugehen. Die nächsten Jahre werden entscheidend sein, um Lösungen zur Bekämpfung von Mikroplastik in unserer Umwelt zu finden und umzusetzen. Dabei ist auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen und Start-ups unerlässlich.