Am 1. Mai 2026 wird Regina Ortmann ihre neue Position als Professorin für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, an der Universität des Saarlandes antreten. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Einfluss von Steuern auf betriebswirtschaftliche Entscheidungen, insbesondere in internationalen Zusammenhängen. Dies umfasst auch Themen wie Gewinnverlagerungen und die steuerliche Berichterstattung im Rahmen von Transparenzinitiativen innerhalb der EU. Die Universität verspricht sich von dieser Berufung eine Stärkung als Ausbildungsstandort im Bereich der betriebswirtschaftlichen Steuerlehre und eine Förderung des Austauschs zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, wie uni-saarland.de berichtet.
Regina Ortmann bringt eine Vielzahl an Erfahrungen mit, die sie an verschiedenen Universitäten in Deutschland gesammelt hat. Zu ihren bisherigen Positionen zählten unter anderem eine Juniorprofessorin für Internationale Unternehmensbesteuerung sowie eine Professur für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Controlling. Ihre wissenschaftliche Laufbahn wurde durch Forschungsaufenthalte an renommierten Institutionen wie der Stanford Graduate School of Business und der Norwegian School of Economics geprägt. Ein Highlight ihrer Laufbahn war die Auszeichnung mit dem Lehrpreis der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Paderborn im Jahr 2019.
Forschung im Bereich Datenautomatisierung
Ein zentrales Thema in Ortmanns künftiger Forschung wird die **DAC 6**-Vorgabe sein. Diese EU-Richtlinie verpflichtet Mitgliedstaaten dazu, bestimmte grenzüberschreitende Steuergestaltungen den Finanzbehörden zu melden. Der Austausch dieser Informationen soll automatisch zwischen den Mitgliedstaaten erfolgen. bzst.de erläutert, dass der Bundestag am 21. Dezember 2019 das „Gesetz zur Einführung einer Pflicht zur Mitteilung grenzüberschreitender Steuergestaltungen“ verabschiedet hat, das am 1. Januar 2020 in Kraft trat.
Das Ziel der DAC 6 Initiative ist es, die Transparenz in der Unternehmensbesteuerung zu erhöhen und Steuervermeidung zu verhindern. Ortmann plant, insbesondere die Konsequenzen dieser Meldepflicht auf Unternehmen und Finanzbehörden zu untersuchen, was sowohl für die Wissenschaft als auch für die Praxis von großer Bedeutung sein dürften.
Herausforderungen für die Steuerplanung
Die internationale Unternehmensbesteuerung stellt Unternehmer vor eine Reihe von Herausforderungen. Möglichkeiten der Steuerplanung werden zunehmend durch die Liberalisierung des Kapitalverkehrs und die Digitalisierung der Wirtschaft beeinflusst. Laut nwb.de erfordern wachsende grenzüberschreitende Geschäftsbeziehungen eine präzise Steuerplanung, um die Steuerbelastung möglichst gering zu halten. In Ortmanns Forschung wird auch beleuchtet, wie nationale Steuersysteme durch zunehmenden Online-Handel und technologische Entwicklungen unter Druck geraten.
Mit ihrem interdisziplinären Ansatz und der angestrebten Kooperation mit anderen Fakultäten für Controlling, Rechnungswesen und Finanzwirtschaft, sowie Wirtschaftsprüfung, wird Ortmann sicherstellen, dass Studierende und die Wirtschaft gleichermaßen von ihrer Expertise profitieren können.
Die Universität des Saarlandes darf sich auf eine neue, dynamische Professorin freuen, die nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch praktische Erfahrungen in die Lehre einbringen wird. Mit ihrer Expertise wird sie sicherlich dazu beitragen, die Herausforderungen der modernen Betriebswirtschaftslehre anzugehen und damit die Universität weiter zu profilieren.