Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Markus Wirtz vom Centre for Organismal Studies der Universität Heidelberg hat einen entscheidenden zellulären Mechanismus entdeckt, der für die Regulierung des Proteinhaushalts von Pflanzen verantwortlich ist. Diese Entdeckung könnte weitreichende Implikationen für die Grundlagenforschung und die Verbesserung von Nutzpflanzen unter schwierigen Bedingungen haben. Die Forschungsergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht und erhalten Unterstützung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie der Agence Nationale de la Recherche (Frankreich).

Der Mechanismus beeinflusst, wie Pflanzen auf umweltbedingten Stress reagieren, was in Anbetracht der aktuellen klimatischen Herausforderungen von großer Bedeutung ist. Zentral dabei ist ein spezieller Proteinkomplex, die N-terminale Acetyltransferase B (NatB). NatB spielt eine Schlüsselrolle beim Abbau und Recycling von Proteinen, die für die allgemeine Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Pflanzen entscheidend sind. Es wurde festgestellt, dass NatB etwa 20 Prozent aller Proteine in eukaryotischen Zellen modifiziert, indem es eine Acetylgruppe hinzufügt.

Proteostase und ihre Bedeutung

Der Prozess der Proteostase bezieht sich auf die ständige Neubildung, den Abbau und das Recycling von Proteinen. In Untersuchungen mit dem Modellorganismus Acker-Schmalwand entdeckten die Forscher, dass NatB dynamischer im Proteinabbau eingreift als zuvor angenommen. Eine interessante Erkenntnis ist, dass NatB bestimmte Proteine markiert, die für den Abbau vorgesehen sind, und die Aktivität einer Proteinkinase reguliert, die das Proteinrecycling steuert.

Um die Funktion von NatB besser zu verstehen, erzeugten die Wissenschaftler Pflanzenmutanten, in denen NatB nicht aktiv war. Dies führte zu einem Rückgang des Proteinumsatzes. Ohne die Aktivität von NatB wurden viele Proteine stabiler, was wiederum zur Anhäufung der Proteinkinase KIN 11 führte. Diese Mutanten wiesen ein höheres Level an KIN11 auf und waren somit widerstandsfähiger gegen eingeschränkte Energiezufuhr, insbesondere bei Dunkelheit und einem Mangel an Photosynthese.

Forschung und Zusammenarbeit

Die Arbeiten wurden nicht nur an der Universität Heidelberg durchgeführt, sondern auch in enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Université Paris-Saclay in Frankreich und der Ludwig-Maximilians-Universität München. Diese internationale Zusammenarbeit hat es ermöglicht, ein umfassenderes Bild der Mechanismen zu zeichnen, die die Pflanzenphysiologie beeinflussen.

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Die Ergebnisse dieser Forschung verdeutlichen die zentrale Rolle von NatB im Zusammenspiel von Proteinabbau und -recycling. Ein besseres Verständnis dieser Prozesse könnte zur Entwicklung neuer Strategien führen, um die Erträge von Nutzpflanzen unter schwierigen Umweltbedingungen zu steigern. Solche Fortschritte sind angesichts der globalen Herausforderungen, mit denen die Landwirtschaft konfrontiert ist, von erheblichem Interesse.

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Webseite der Universität Heidelberg, wo nähere Details zur Forschung zu finden sind: Uni Heidelberg.